„Wenn die Industrie innovativ am Auto der Zukunft gearbeitet hätte, wäre uns viel erspart geblieben“

Landespolitik

Landtagsdebatte zur Struktur der Automobil- und Zulieferindustrie/Hövelmann:

 

Der wirtschaftspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Holger Hövelmann, hat die mangelnde Innovationsbereitschaft der Automobilindustrie kritisiert. In einer Landtagsdebatte am heutigen Freitag erklärte er in Magdeburg, „ein Schub an industrieller Revolution“ fehle sowohl wegen der Notwendigkeit, dass auch der Verkehr seinen Beitrag zur CO2-Reduzierung und zum Klimaschutz leisten muss, als auch wegen der Schlüsselrolle, die die Automobilindustrie für den Wirtschaftsstandort Deutschland und auch für Sachsen-Anhalt spielt.

Hövelmann: „Wenn die Unternehmen der Automobilindustrie in den letzten Jahren mutig und innovativ am Auto der Zukunft gearbeitet hätten, dann wäre uns sicher viel erspart geblieben:

  • ein Abgasskandal, der mit krimineller Energie angerichtet wurde und bis heute auf dem Rücken der Kundinnen und Kunden ausgetragen wird;
  • Fahrverbote, die von Gerichten als ultima ratio verhängt werden, weil technologische Lösungen für die Feinstaubproblematik bis heute nicht vorliegen;
  • und gegenwärtig ein industriepolitisch fataler Richtungsstreit um E-Mobilität einerseits und Brennstoffzelle andererseits.“

Er unterstützte den Vorschlag, in Sachsen-Anhalt einen strategischen Dialog zur Gestaltung der Automobil- und Zulieferindustrie der Zukunft durchzuführen. Insbesondere zum Thema Digitalisierung müssten alle Beteiligten an einen Tisch geholt werden: „Und damit meine ich wirklich alle – das Land, die Unternehmen, die Gewerkschaften und die wirtschaftsnahe Forschung. Denn im Kontext von Digitalisierung reden wir nicht nur über technologische Entwicklungen und ökonomische Erwartungen, sondern auch über Interessenunterschiede und Interessenausgleich, über Arbeitsgestaltung und Arbeitsschutz und nicht zuletzt über einen großen Bedarf an Qualifizierung.“

Die jüngsten großen Ansiedlungsvorhaben – von Porsche und Schuler in Halle und von Farasis in Bitterfeld-Wolfen – seien eine wichtige Stärkung des industriellen Sektors in Sachsen-Anhalt, so Hövelmann weiter: „Minister Willingmann und Staatssekretär Ude haben gezeigt, wie erfolgreiche Ansiedlungspolitik funktioniert.“

 
 

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