Sachsen-Anhalts Straßen sind kein Versuchsfeld für Gigaliner

Verkehr

Die Verkehrsministerkonferenz hat gestern mit knapper Mehrheit einem weiteren Feldversuch mit Lang-Lkw, so genannten Gigalinern, zugestimmt. Auf Autobahnen in sieben Bundesländern werden dann für einen noch unbestimmten Zeitraum die bis zu 44 Tonnen schweren Lkw unterwegs sein.

Dazu erklärt Holger Hövelmann, verkehrspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion: „Sachsen-Anhalt darf sich nicht an einem weiterem Feldversuch mit Gigalinern beteiligen. So haben es CDU und SPD im Koalitionsvertrag vereinbart. Daher erwarte ich, dass der Verkehrsminister dies gegenüber dem Bund klar formuliert.

Unsere Straßen und Brücken sind gar nicht für die tonnenschweren Fahrzeuge ausgelegt. Leitplanken müssten erhöht und Lkw-Rastplätze an Autobahnen ausgebaut werden – gerade hier ist die Situation ohnehin schon angespannt. Zusätzlich müssen die Transportunternehmen Umladungen von den Transitgiganten auf herkömmliche Lastkraftwagen vornehmen, damit die Güter überhaupt erst in die Städte kommen.

2007 hatten sich die Verkehrsminister der Länder, nach Feldversuchen unter anderem in Niedersachsen und Thüringen, gegen den Einsatz von Lang-Lkw ausgesprochen und weitere Modellversuche ausgeschlossen. Ich bedaure es, dass die Verkehrsministerkonferenz nun vom diesem Kurs abgerückt ist. Sachsen-Anhalts Straßen sind kein Versuchsfeld für Gigaliner.“

 
 

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